Geschlechtsbestimmungen der in 2017 besenderten Sterntaucher sind online & in 2017 Brutgebiete in Sibirien sowie Spitzbergen

Dieses Jahr ist das Verhältnis der Geschlechter der im März 2017 besenderten Sterntaucher ein klein wenig ausgeglichener mit 5 Weibchen und 3 Männchen, aber doch wieder mehr Weibchen als Männchen. Die Informationen zu den einzelnen Vögeln befinden sich wie auch schon in den letzten beiden Jahren in der Vogel-Profilbox neben der Karte.

Seit Anfang Juli sind die Sterntaucher zurück in ihren Brutgebieten! Die meißten der in 2017 besenderten Sterntaucher zogen nach Sibirien aber 2 flogen nach Spitzbergen, womit innerhalb dieser Studie ein neues potenzielles Brutgebiet zu den in den letzten beiden Jahren aufgesuchten Gebieten in Sibirien, Grönland und Norwegen hinzugefügt werden kann.

Fangsaison 2017 erfolgreich beendet

In der Fangsaison 2017 konnten weitere 8 Sterntaucher erfolgreich besendert werden, womit das Fangziel für die insgesamt drei Fangsaisons erreicht wurde. Ab sofort können die Tracks der neuen Sendervögel wieder online verfolgt werden. Der erste Vogel hat die Nordsee schon verlassen. In den kommenden Wochen wird es wieder spannend zu sehen, welche Route die Vögel auf dem Weg in ihre Brutgebiete einschlagen.

Hinweis: es wird nun drei Karten geben, die angewählt werden können: eine für die in 2015 besenderten Vögel, eine für die in 2016 besenderten Vögel und eine für die neuen in 2017 besenderten Vögel. Einfach die entsprechende Jahreszahl in der Tabelle rechts in der Karte auswählen.

”From avian tracking to population process”: British Ornithologists’ Union Konferenz 2017

Auf der diesjährigen BOU (British Ornithologists’ Union) Tagung mit dem Themenschwerpunkt ”From avian tracking to population process”, die vom 28. bis 30. März 2017 an Universität von Warwick (UK) stattfand, wurden Ergebnisse des DIVER Projektes präsentiert.

Die Konferenz beinhaltete mehrere Themenblöcke, die sich mit den einzelnen Aspekten der Bewegungsökologie und Zugstrategien von Vögeln befassten. Auf der Konferenz kamen Ökologen und Ornithologen aus wissenschaftlichen und naturschutzfachlichen Einrichtungen zusammen, um das Erforschen von individuellen Tierbewegungen in Zusammenhang mit dem Verständnis von Populationsökologischen Dynamiken und darauf basierend die Bedeutung für Naturschutz und Managementfragen zu diskutieren.

Auf zwei Postern zum DIVER Projekt wurden die Bewegungsdaten telemetrierter Sterntaucher zum Einen mit dem Fokus auf Standorttreue und zeitliche Konsistenz während Zug, Mauser und Überwinterung, sowie zum Anderen mit dem Fokus auf Mobilität und räumlicher Nutzung im Jahresverlauf dargestellt.

Kleinschmidt, B., Dorsch, M., Žydelis, R., Heinänen, S., Morkūnas, J., Burger, C., Nehls, G. & Quillfeldt, P.: Site fidelity and temporal consistency of red-throated divers (Gavia stellata) during migration, moult & wintering
British Ornithologists’ Union 2017 Annual Conference, University of Warwick, UK (2017)

 

Žydelis, R., Dorsch, M., Heinänen, S., Kleinschmidt, B., Morkūnas, J., Quillfeldt, P. & Nehls, G.
High mobility of Red-throated Divers revealed by satellite telemetry
British Ornithologists’ Union 2017 Annual Conference, University of Warwick, UK (2017)

Weitere Dokumente zur BOU Tagung.

BOU2017
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Internationaler Seetaucher-Workshop am 24./25. November 2016 in Hamburg

Innerhalb des DIVER-Projekts fand am 24./25. November 2016 in den Räumlichkeiten des BSH in Hamburg ein internationaler Workshop zum Thema Seetaucher statt. Der Workshop war ein großer Erfolg mit mehr als 40 Teilnehmern. Neben internationalen Seetaucher-Experten und Wissenschaftlern haben unter anderem Vertreter von Behörden und der Offshore-Windenergie-Branche an der Veranstaltung teilgenommen.

Das Programm des 2-tägigen Workshops umfasste Präsentationen zu Zwischenergebnissen des DIVER-Projekts sowie Präsentationen zu verschiedenen Themen der Seetaucher-Biologie von Seetaucher-Experten aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Niederlande, Litauen, Großbritannien und den USA. Schwerpunkt der Präsentationen und Diskussionen lag auf den Effekten von Offshore-Windparks auf Seetaucher, jedoch auch auf verschiedenen Aspekten der Seetaucher-Biologie, wie etwa Nahrungsökologie und Zugwege von Seetauchern.

Das Workshop-Programm sowie die meisten der Präsentationen (veröffentlicht mit Erlaubnis der Autoren) können unten eingesehen werden.

 

Donnerstag, 24. November 2016

Stefan Garthe (Deutschland): Introduction and current state of knowledge on divers in German waters

Presentation_Garthe

Thomas Merck (Deutschland): Welcome words of BfN

Jesper Kyed Larsen (Dänemark): Divers and wind farms – a point of view from wind energy industry side

Presentation_Larsen

Sue O’Brien (Großbritannien): Evidence needs for offshore wind farm development in the UK

Presentation_O’Brien

Georg Nehls (Deutschland): Introduction to the DIVER project

Presentation_Nehls

Ramūnas Žydelis (Dänemark): High mobility of Red-throated Divers revealed by satellite telemetry

Presentation_Zydelis_mobility

Volker Dierschke (Deutschland): Divers and wind farms – review of available information and perspectives for German marine areas

Presentation_Dierschke

Monika Dorsch (Deutschland): Red-throated Diver winter movements in areas with offshore wind farms

Presentation_Dorsch

Stefan Heinänen (Dänemark): Red-throated Diver habitat use in the German North Sea based on aerial survey data

Presentation_Heinänen

Ramūnas Žydelis (Dänemark): Red-throated Diver habitat use in the German North Sea based on telemetry data

Presentation_Zydelis_model

 

Freitag, 25. November 2016

Petra Quillfeldt (Deutschland): Introduction to telemetry methods

Presentation_Quillfeldt

Carrie Gray (USA): Red-throated Loon telemetry project in the US

Presentation_Gray

Ramūnas Žydelis (Litauen): Red-throated Diver telemetry study in Lithuania

Presentation_Zydelis_LT

Ib Krag Petersen (Dänemark): Geolocation study of Red-throated Divers in Iceland, Shetland and Orkney

Presentation_Petersen

Joel Schmutz (USA) (vorgetragen von Carrie Gray): Red-throated Loon telemetry study in Alaska

Presentation_Schmutz

Mats Eriksson (Schweden): Levels and trends in the Swedish population of Red-throated Diver in Sweden

Presentation_Eriksson

Birgit Kleinschmidt (Deutschland): Ecological diet analyses of Red-throated Divers wintering in the German North Sea based on molecular methods

Presentation_Kleinschmidt

Mardik Leopold (Niederlande): Foraging ecology of Red-throated Divers

Presentation_Leopold

Richard Caldow (Großbritannien) (vorgetragen von Sue O’Brien): Red-throated divers in the UK: site-based protection at sea and assessment of effects of marine activities in protected sites

Andy Webb (Großbritannien): Operational effects of Lincs and LID wind farms on red-throated divers in the Greater Wash

Presentation_Webb

Erste Ergebnisse der großräumigen digitalen Seetaucher-Erfassungsflüge

Im Rahmen des Forschungsvorhaben DIVER wurden zwei großräumige digitale Erfassungsflüge im Seetaucher-Hauptverbreitungsgebiet der deutschen Nordsee aus April und Mai 2016 ausgewertet. Diese beiden Flüge wurden innerhalb des Partnervorhabens HELBIRD des Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) durchgeführt.

Bei diesen Flügen wurden auf den abgedeckten Videostreifen 1.427 (April 2016) bzw. 1.122 Seetaucher (Mai 2016) erfasst, was bei einer Gebietsabdeckung von 6,55% einem hochgerechneten Gesamtbestand von etwa 21.700 bzw. 17.100 Seetauchern im Gebiet entspricht. Bei einer Identifikationsrate von jeweils über 97% wurden bei den Flügen fast ausschließlich Sterntaucher erfasst. Diese Zahlen deuten an, dass die Seetaucher- und insbesondere Sterntaucher-Bestände in den Standarddatenbögen der Schutzgebiete in diesem Bereich die tatsächlichen Bestände deutlich unterschätzen. Für das SPA Östliche Deutsche Bucht wird der maximale Gesamt-Seetaucherbestand mit 3.580 Vögeln (3.300 Sterntaucher) angegeben, für das SCI Sylter Außenriff mit 10.500 Vögeln (10.000 Sterntaucher).

Die Verteilung der Seetaucher während dieser beiden Flüge zeigt eine deutliche Meidung der Offshore-Windparks im untersuchten Gebiet, was die Ergebnisse der satellitentelemetrischen Studien innerhalb des DIVER-Vorhabens bestätigt.

Eine spätere detaillierte Analyse dieser Flugerfassungsdaten mittels räumlicher Modellierung wird eine präzisere Abschätzung des Seetaucher-Frühjahrsbestands im Untersuchungsgebiet sowie der Raumnutzung von Seetauchern in Bezug auf Offshore-Windparks erlauben.

Seetaucher_20160410

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Geschlechtsbestimmung für 2016 Sterntaucher abgeschlossen

Die genetische Geschlechtsbestimmung der in 2016 besenderten Sterntaucher ergab wie schon im Vorjahr, dass wesentlich mehr Weibchen als Männchen gefangen wurden. Die Gründe hierfür, ob sich etwa die Männchen überwiegend in anderen Gebieten aufhalten oder vielleicht schon früher im Winter das Gebiet verlassen, sind nicht bekannt. Das Geschlecht der einzelnen Sterntaucher ist zusammen mit anderen Informationen zu den besenderten Tieren neben der Tracking-Karte zu finden.

Erste Sterntaucher verlassen Brutgebiete

Die ersten besenderten Sterntaucher aus 2015 und 2016 haben den Wegzug aus den Brutgebieten begonnen. Nun wird es wieder spannend. Verwenden sie dieselben Zugwege und Rastgebiete wie im Vorjahr bzw. auf dem Heimzug in diesem Frühjahr? Kehren alle Vögel im Laufe des Winters in die deutsche Nordsee zurück, wo sie gefangen wurden?

Sterntaucher aus 2015 zurück in ihren Brutgebieten

Die verbliebenen fünf in 2015 besenderten Sterntaucher, von denen wir aktuell noch Daten bekommen, sind mittlerweile wieder alle in denselben Brutgebieten Sibiriens angekommen, wo sie auch im vergangenen Jahr ihren Sommer verbrachten. Die in 2016 besenderten Sterntaucher sind zum Teil noch auf dem Heimzug. Hier bleibt es weiterhin spannend, wo die Reise hin geht.

Seetaucher-Karte ist aktualisiert!

Die Seetaucher-Karte wurde um die Tracks der im Frühjahr 2016 neu gefangenen und besenderten Sterntaucher ergänzt. Die ersten Vögel verlassen schon die Nordsee. Die nächsten Wochen werden wieder spannend, wo die Vögel ihren Sommer verbringen werden.

Hinweis: es gibt nun zwei Karten, die angewählt werden können: eine für die alten, in 2015 besenderten Vögel und eine für die neuen. Einfach entsprechende Jahreszahl in der Tabelle rechts in der Karte auswählen.